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Dienstag, 19. Februar 2013

Wie westliches Geld und afrikanisches Blut zusammenkommen


Die Mission der Afrikanischen Union in Somalia

Ineffizienz und ausufernde Kosten von UN-Friedensmissionen werden seit Jahren immer wieder kritisiert, teilweise um dringend notwendige Reformen innerhalb der UN anzuschieben, aber manchmal auch um private Sicherheitsfirmen als mögliche Anbieter mit in die Diskussion zu bringen. Zurzeit wird dabei gerne auf die aktuell größte Friedensmission im Ostkongo (MONUSCO) verwiesen, die sich trotz enormer Kosten vor allem durch Untätigkeit auszeichnet. Obwohl dies sicher alles nicht falsch ist, wäre eine nähere Betrachtung der Ereignisse in Somalia interessanter und vor allem produktiver.

Ende 1992 hatten die UN unter Führung und wesentlicher Beteiligung der USA ein militärisch schlagkräftiges Kontingent nach Somalia geschickt, um dort die humanitäre Hilfe zu sichern und möglicherweise den blutigen Bürgerkrieg zu beenden. Nach ersten Erfolgen verschlechterte sich die Situation schnell und es kam im Oktober 1993 zur so genannten "Schlacht von Mogadischu", in der die Amerikaner 18 Soldaten verloren. Ridley Scott hat ihrem Sterben mit dem Film "Black Hawk Down" ein äußerst heroisches Denkmal gesetzt.
Weit weniger heroisch war, dass die USA nach dieser "Schlacht" geradezu fluchtartig das Land verließen. Wahrscheinlich hätte der Westen danach Somalia wie andere Teile Afrikas am liebsten vergessen. In dem von internen Machtkämpfen zerrissenen Land entdeckten aber immer mehr Warlords die Piraterie als äußerst lohnendes Geschäft, und dank der strategischen Lage wurden sie nach und nach zu einer echten Bedrohung des Welthandels. Zudem entwickelten sich vor allem die unter der Kontrolle der radikalen al-Shabaab-Milizen stehenden Regionen zu einem der sichersten Rückzugsgebiete von al-Qaida, die von dort aus Operationen für ganz Nordafrika planen konnte.
Im Juli 2006 fiel dann Äthiopien mit einer starken Armee in Somalia ein, wahrscheinlich nicht direkt auf Befehl, aber dennoch auf Wunsch der USA, die das Unternehmen diskret mit Geld, Waffen und aus der Luft unterstützten. Die Äthiopier konnten mit ihren Panzern zwar Mogadischu einnehmen, waren aber dennoch dem Kleinkrieg auf Dauer nicht gewachsen und zogen 2009 erschöpft wieder ab.
Die "Friedensmission" in Somalia wird von den USA und der EU finanziert
Als wesentlich folgenreicher erwies sich da eine anfangs relativ unbeachtete Truppe, die hauptsächlich von Uganda und Burundi gestellt wurde. Um die vom Westen und den meisten afrikanischen Staaten anerkannte Übergangsregierung Somalias (TFG für Transitional Federal Government) zu beschützen und beim Aufbau eigener Streitkräfte zu unterstützen, hatten die UN 2007 die Afrikanische Union beauftragt eine Friedensmission mit der Bezeichnung AMISOM (African Union Mission in Somalia) nach Somalia zu entsenden.
Obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, war AMISOM allerdings nie eine UN-Friedensmission. Die Vereinten Nationen erteilten sozusagen nur den Auftrag. AMISOM findet sich in keiner ihrer Statistiken und wird auch nicht mit ihren Mitteln bezahlt. Geld, Material und Logistik kommen vorwiegend aus den USA und der EU und gehen direkt an die afrikanischen Staaten, die Truppen zur Verfügung stellen. D.h. die Beziehungen, zwischen denen, die bezahlen, da sie strategische und ökonomische Interessen in Somalia haben, und denjenigen, die in den Krieg ziehen, weil sie das Geld brauchen, sind wesentlich enger und direkter als bei UN-Friedensmissionen.
Die Anfänge von AMISOM waren eher bescheiden. Von den ersten Ugandern, die 2007 in Mogadischu eintrafen, hatten zwar viele Kriegserfahrung, doch die hatten sie im zentralafrikanischen Busch gesammelt; auf den Häuserkampf in der zerschossenen Millionenstadt Mogadischu waren sie nicht vorbereitet. Sie hatten Verluste durch Hinterhalte, Autobomben und Scharfschützen. Ihre eigene Ausrüstung war erbärmlich, sie hatten kaum ausreichend zu essen und manche sollen anfangs sogar an Mangelkrankheiten gestorben sein. Mit den Soldaten aus Burundi, die dann das zweitgrößte Kontingent stellten, war es nicht besser.
Ihre Stunde kam mit dem Abzug der Äthiopier, denn nun waren sie die einzigen Truppen, die die immer noch schwachen Streitkräfte der Übergangsregierung gegen die Milizen der al-Shabaab unterstützen konnten. Die USA maßen dem Krieg zwar große Bedeutung zu, wollten in Somalia jedoch "keinen amerikanischen Fußabdruck oder Stiefel" sehen, wie es Johnnie Carson, der Staatssekretär für afrikanische Angelegenheiten, mit klarer Bezugnahme auf die "Black Hawk Down" Episode gegenüber der New York Times formulierte.
Ausgebildet werden die Soldaten aus Uganda, Burundi und Sierra Leone von Privatfirmen
Amerikanische Special Forces bilden Soldaten von Uganda, Burundi und seit kurzem auch von Sierra Leone in ihren Heimatländern für den Häuserkampf in Somalia aus. Dazu liefern sie begehrtes Kriegsgerät wie Schutzwesten, Nachtsichtgläser, Scharfschützengewehre und vieles mehr. Vor allen Dingen ist aber der Sold "hervorragend". Die USA und die EU zahlen 1.028 Dollar monatlich für jeden Soldaten, was einem vielfachen Durchschnittseinkommen in Uganda oder Burundi entspricht. So verdient ein einfacher Soldat in Burundi ganze 20 Dollar im Monat! Obwohl die Zahlungen über die entsprechenden Regierungen die Familien der Soldaten oft erst mit deutlichen Verzögerungen und Abschlägen erreichen, gelten die ersten Heimkehrer aus Somalia als reich, viele haben Häuser gebaut und Geschäfte eröffnet.
Die Soldaten waren also vor allem wegen der Bezahlung hoch motiviert. Dennoch wurde schnell klar, dass sie weitere Ausbildung und Betreuung vor Ort benötigten, als sie zunehmend die Aufgaben der abziehenden Äthiopier übernehmen mussten. Da die USA aber weiter keine Soldatenleben in Somalia riskieren wollten, wurden diese Aufgaben Privatfirmen überlassen. Führend im Geschäft ist dabei die PMC (private military company) "Bancroft Global Development".
Obwohl Bancroft eine US-amerikanische Firma ist, beschäftigt sie in Somalia - ganz anders als ähnliche Firmen im Irak oder Afghanistan - fast ausschließlich Südafrikaner und Europäer, was sicher auch kein Zufall ist. Bancrofts leitender Mann in Mogadischu ist Richard Rouget, der mit seinen über fünfzig Jahren auf ein recht bewegtes Söldnerleben zurückblicken kann. Unter anderem gehörte er zu Bob Denards berüchtigter Präsidentengarde auf den Komoren, führte Rebellen an der Elfenbeinküste und wurde in Südafrika wegen illegaler Söldneraktivitäten verurteilt - was wirklich nicht ganz einfach ist.
Die Profis von Bancroft bilden die AMISOM-Truppen oft an vorderster Front im modernen Häuserkampf aus. Rouget wurde dabei sogar verwundet. Nach und nach wurden Terrain und Erfahrungen gewonnen. Im August 2010 startete al-Shabaab eine große Offensive, die erst kurz vor dem Präsidentenpalast gestoppt werden konnte. Danach begann der Gegenangriff. Die Ugander kämpften sich Straße für Straße, manchmal nur Haus für Haus zum zentralen Bakaara-Markt vor und brachten ihn schließlich unter Kontrolle. Nachdem al-Shabaab inzwischen aus ganz Mogadischu vertrieben und landesweit auf dem Rückzug ist, gilt AMISOM allgemein als Erfolgsmodell.
Billiger und erfolgreicher als die UN-Friedensmissionen, über die Zahl der Toten wird geschwiegen
Für diesen Erfolg gibt es sicher eine ganze Reihe von Ursachen. So werden durch kontrollierte Ausbildung und Ausrüstung sicher gewisse Qualitätsstandards erreicht. Grundlegend war natürlich die relativ gute Bezahlung, die zu einer hohen Motivation führte. Dennoch sollte man beachten, dass AMISOM verglichen mit den üblichen UN-Missionen ausgesprochen billig ist. So wird sie in einem Artikel bei BBC News als "ultra-low-budget". Der möglicherweise wichtigste Faktor war jedoch die Bereitschaft hohe Verluste hinzunehmen.
Ganz im Gegensatz zu Friedensmissionen der Vereinten Nationen, wo jeder Tote sauber in Statistiken veröffentlicht wird, sind die Verluste von Uganda und Burundi streng gehütete Staatsgeheimnisse. Internationale Beobachter gehen jedoch von ca. 500 Gefallenen für jede Nation aus, manche sprechen bei Uganda sogar von 2.700. Aber selbst wenn diese Schätzungen deutlich zu hoch liegen, so sind sie doch bei Kontingenten von 5.700 (Uganda) und 4.400 (Burundi) enorm. Das seit Jahren im Auftrag der UN im Ostkongo stationierte Kontingent aus Bangladesch beklagt 3 Tote.
Es ist sicher der enge Zusammenhang zwischen "westlichem Geld und afrikanischem Blut" der den Söldneraspekt von AMISOM manchmal in den Vordergrund rückt. Der Journalist Robert Young Pelton, einer der besten Kenner der undurchsichtigen Szene am Horn von Afrika, bezeichnet das ganze Unternehmen sogar leicht spöttisch als "Rent-A-Ugandan".
Da in Uganda, Burundi und auch Sierra Leone erst vor kurzer Zeit lange, blutige Bürgerkriege beendet worden sind, leiden alle diese Länder unter einem großen Überschuss ehemaliger Kämpfer, die entweder schlecht bezahlt beim Militär ausgehalten werden, oder völlig mittellos auf der Straße stehen. Dadurch steigt nicht nur die Kriminalitätsrate, sondern auch das Risiko eines neuen Bürgerkrieges oder Militärputsches. Der Krieg in Somalia ist deshalb für diese Länder auch eine Art Demobilisierungs- und Reintegrationsprogramm.
In Uganda, wo man die längste Erfahrung auf diesem Gebiet hat, rekrutieren US Sicherheitsfirmen seit Jahren billiges Personal für Einsätze im Irak und in Afghanistan. Trotz des Risikos gibt es stets mehr als genug Bewerber, darunter auch viele ehemalige Kindersoldaten. Einige der Erfolgreicheren haben inzwischen eigene ugandische Firmen eröffnet, die das gewünschte Personal dann noch billiger - z.T. für 400 Dollar im Monat - anbieten.
Der Weltspiegel in der ARD brachte dazu im November vergangenen Jahres die sehenswerte Dokumentation: "Uganda - Afrikanische Söldner in der US-Armee". Obwohl es natürlich sehr zu begrüßen ist, dass dieses meistens völlig ignorierte Thema endlich einmal einem größeren Publikum präsentiert wird, ist es dennoch etwas bedauerlich, dass wieder einmal private Sicherheitsfirmen den Buhmann spielen müssen. Im Vergleich mit Mogadischu ist der Dienst bei Sicherheitsfirmen im Irak oder in Afghanistan eine Art Erholungsurlaub. Der große Unterschied ist nur, dass im Fall von Somalia das eigene Vaterland seine Söhne feilbietet und die UN das Ganze dann mit dem Gütesiegel "Peacekeeping" absegnen. Söldnerdienste sind es aber hier wie dort.

EU und USA wollen in Mali-Krieg aktiv mitmischen


Frankreich bekommt Unterstützung im Krieg in Mali: Die EU und die USA haben angekündigt, sich aktiv an dem Konflikt in dem rohstoffreichen westafrikanischen Land zu beteiligen.

Bewachen die enormen Bodenschätze Malis:Französische Soldaten
Bewachen die Bodenschätze Malis:
Französische Soldaten
Die Europäische Union (EU) will die European Union Training Mission (EUTM) einsetzen, um malische Soldaten auszubilden, die französische Truppen bei ihrem Einsatz in dem rohstoffreichen afrikanischen Land unterstützen sollen. Bereits vor 10 Tagen sind angeblich die ersten 70 EU-Militärs in Mali eingetroffen. Insgesamt soll ein rund 500-köpfiges Team eingesetzt werden. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte, dass diese militärische Mission “von enormer Bedeutung” sei. 16 Länder der EU sowie Norwegen haben vereinbart, an der Mission der EUTM teilzunehmen. Das Budget dafür soll 12,3 Millionen Euro umfassen, das von den teilnehmenden Ländern getragen wird. Die Bundesregierung will sich mit 180 Soldaten am Militäreinsatz der EUTM beteiligen, weitere 150 deutsche Soldaten sollen zur direkten Unterstützung französischer Soldaten nach Mali entsandt werden.
Der amerikanische Senator Christopher Coons kündigte zudem an, dass die USA wohl ebenfalls eine “aktive militärische Rolle” im Krieg in Mali einnehmen werden. ”Es besteht die Hoffnung, dass es zusätzliche Unterstützung von den Vereinigten Staaten in diesen und anderen Bereichen geben wird, doch verbietet das amerikanische Recht die direkte Unterstützung der malischen Militärs nach dem Putsch”, sagte Coons am Montag vor Journalisten in der malischen Hauptstadt Bamako.

Frankreich hat sich am 11. Januar in den Konflikt in Mali eingemischt unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung in dem westafrikanischen Land. Pure Nächstenliebe wird aber wohl nicht der tatsächliche Grund sein, eher die enormen Gold- und Uranvorkommen. Uran ist bis heute Frankreichs wichtigster Energierohstoff, ca. 75% des französischen Stroms wird aus Kernenergie gewonnen. Frankreich ist der weltweit größte Strom-Exporteur mit einem Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro pro Jahr.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Die verborgene Absicht hinter den US-Interventionen in Afrika


Der amerikanisch-chinesische Wirtschaftskrieg ist längst im Gange. Auch politisch und militärisch rüsten beide Seiten zum großen Showdown. Während Washington das Reich der Mitte durch einen Ring von Militärbasen in Schach zu halten sucht, geht Peking strategische Allianzen ein, etwa in der Shanghai Cooperation Organization, zu der auch Russland zählt. Politisch unterstützen die USA Chinas asiatische Rivalen Japan und Indien, während die Chinesen wichtige Stellungen in Afrika und Lateinamerika erobern. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann es zu einer direkten Konfrontation der beiden Supermächte kommen wird.
“Mit ihren Interventionen in Afrika wollen die USA und ihre europäischen Verbündeten vor allem die Chinesen von diesem Kontinent vertreiben”, sagt der US-Autor Ben Schreiner.
Die verborgene Absicht hinter den US-Interventionen in Afrika:
Unter dem Vorwand, “Al-Qaida bekämpfen zu müssen”, soll China zurückgedrängt werden.
“Die Nutzung des Wachstums und der Dynamik Asiens ist von zentraler Bedeutung für die ökonomischen und strategischen Interessen der USA.” Hillary Clinton
Das militärische Eingreifen Frankreichs in Mali scheint auf den ersten Blick wenig mit der “Neuausrichtung” der USA auf Asien zu tun zu haben. Da die französische Intervention von den Vereinten Nationen aber vermutlich in eine von den afrikanischen Nachbarstaaten Malis angeführte Aktion umgewandelt wird, die nicht nur einige Wochen dauert, sondern die Rückeroberung ganz Malis zum Ziel hat, wird sich die Einmischung der Franzosen zu einer Intervention des gesamten Westens ausweiten. In dem Konflikt (um Mali) geht es also um viel umfassendere strategische Interessen, die – das wird immer deutlicher – letztlich aus der Neuausrichtung der USA auf Asien erwachsen.
Die Ausweitung der Intervention
Die geopolitische Ausuferung der französischen Intervention in Mali auf die ganze Region wird auch durch öffentliche Statements aus London und Washington unterstrichen. Der britische Premierminister David Cameron erklärte, die Krise in Mali erfordere “eine Antwort, die eher Jahre oder sogar Jahrzehnte als Monate in Anspruch nehmen” werde.
Zur Untermauerung dieser Ankündigung soll Großbritannien die Franzosen bereits mit Spezialkommandos und einem Spionageflugzeug unterstützen. Auch in Washington wird schon über einen langen Krieg geredet, der sich auf die gesamte afrikanische Sahel-Zone ausweiten könnte.
Ein US-Offizieller, der sich am Montag zur westlichen Intervention in Mali äußerte, warnte: “Sie könnte lange dauern, und mit lange meine ich- mehrere Jahre.”
Diese Äußerungen spiegeln auch die Auffassung der scheidenden US-Außenministerin Hillary Clinton.
“Das wird wohl eine sehr ernste, lang andauernde Bedrohung werden, denn der Norden Malis ist sehr groß und besteht – was die Topografie angeht – nicht nur als Wüsten, dort gibt es auch viele Höhlenverstecke, die uns an Afghanistan erinnern”, merkte Frau Clinton an. ”Wir stehen vor einem neuen Kampf, und das wird ein notwendiger Kampf sein. Das nördliche Mali darf nicht zu einem sicheren Hafen (für Terroristen) werden.”
Nach einem Bericht in der Los Angeles Times kursiert der Refrain vom “sicheren Hafen” auch schon wieder in den Fluren des Pentagons.
“Einige Spitzenleute und höhere Offiziere im Pentagon warnen davor, dass Mali ohne ein aggressiveres Eingreifen der USA zu einem sicheren Hafen für Extremisten werden könnte – wie Afghanistan vor den Terroranschlägen am 11. September 2001.”
Nachdem man die US-Öffentlichkeit mit solchen Behauptungen auf die Eröffnung einer neuen Front im “Krieg gegen den Terror” vorbereitet hat, kann die Intervention der USA (in Afrika) beschleunigt werden.  
Nach einem Bericht in der Washington Post haben die USA bereits “die Luftbetankung französischer Kampfflugzeuge und Transportmaschinen für Soldaten aus anderen afrikanischen Staaten angeboten”.  
US-Geheimdienste sollen schon Pläne machen, “wie die französischen Kampfflugzeuge mit besseren Zieldaten für Angriffe auf Militante versorgt werden könnten”.
Und Falken im Pentagon setzen sich bereits für Angriffe mit US-Drohnen ein.  Nach einem Bericht in der New York Times erwägen die USA, “eine Basis für unbewaffnete Drohnen in Nordwestafrika zu errichten, um die lokalen Al-Qaida-Ableger und andere extremistische islamische Gruppierungen besser überwachen zu können”.
drohneDie Zeitung rechnet damit, dass die Basis wahrscheinlich nach Niger kommen wird und berichtet, das Pentagon habe auch “Angriffe mit bewaffneten Drohnen nicht ausgeschlossen, falls die Bedrohung zunehme”. Wie ein US-Offizieller der New York Times mitteilte, steht die Entscheidung, in Nordwestafrika eine permanente Basis für US-Drohnen einzurichten “in direktem Zusammenhang mit dem Mali-Konflikt, könnte aber gleichzeitig auch die Präsenz des Regionalkommandos der US-Streitkräfte für Afrika / AFRICOM absichern.” Das AFRICOM residiert in Stuttgart.
Ob die behaupteten Al-Qaida-Aktivitäten im Norden Malis tatsächlich so bedrohlich sind, dass sie ein militärisches Eingreifen des Westens und eine permanente US-Präsenz rechtfertigen, ist überhaupt nicht erwiesen. Blake Hounshell, der Chefredakteur des US-Magazins Foreign Policy stellte dazu fest: “Es ist keineswegs geklärt, welche Bedrohung von Al Qaeda in Islamic Maghreb / AQIM … für die USA ausgehen könnte.”
Die Behauptung, die Al-Qaida-Kämpfer in Mali seien eine Bedrohung für den Westen, beruht einzig und allein auf der ständig wiederholten Annahme, sie könnten das afrikanische Land, wenn nicht interveniert wird, als Ausgangsbasis für Anschläge in westlichen Ländern benutzen.  Stephen Walt fragt: “Ist die Befürchtung, dass sich die Extremisten in Mali zusammenrotten könnten, um Frankreich, die USA oder einen anderen westlichen Staat anzugreifen, wirklich realistisch? Hätten sie, wenn sie das tatsächlich wollten, auch wirklich die Fähigkeiten dazu, und wären die Folgen eines erfolgreichen Angriffs schwerwiegender, als die Kosten, die entstehen, wenn Frankreich und andere versuchen, diese potentiellen Terroristen auszurotten? Wird ihre Aufmerksamkeit durch das westliche Eingreifen in Mali nicht vom Kampf gegen die Regierung Malis abgelenkt und erst recht auf die Invasoren gerichtet?”
Die Antwort auf die letzte Frage scheint angesichts der blutigen Geiselnahme im benachbarten Algerien ziemlich klar zu sein, auch wenn der französische Präsident François Hollande behauptet, diese gegen das französische Eingreifen gerichtete Vergeltungsaktion sei nur “ein weiterer Beleg dafür, dass die Entscheidung, in Mali zu intervenieren, gerechtfertigt war”.
Interventionen haben leicht vorhersehbare Folgen. Wie in einer Endlosschleife schaffen sie unvermeidbar zusätzliche Probleme und Krisen, die dann zur Rechtfertigung des anfänglichen Eingreifens und weiterer Interventionen dienen. Kurz gesagt, Interventionen eröffnen immer wieder Möglichkeiten für Folge-Interventionen.  
Die nützliche Bedrohung
Während führende Politiker des Westens mit an den Haaren herbeigezogenen Begründungen ihr jüngstes militärisches Eingreifen zu rechtfertigen versuchen, wachsen die Zweifel an der Kompetenz der Streitkräfte Malis. Nach einem Bericht in der New York Times hat sich die Armee Malis trotz umfassender Unterstützung durch US-Ausbilder “als so schwach und unbrauchbar erwiesen, dass sie eher die Ursache für die Krise in Mali als ein Mittel zu deren Lösung ist”. Das Magazin The Economist meint, der Westen hoffe, “in Mali möglichst viele fanatische Dschihadisten töten und die im Norden liegenden Städte mit Soldaten aus Mali und seinen Nachbarstaaten absichern zu können, bevor es den Aufständischen gelingt, sich neu zu gruppieren oder durch Rekruten zu verstärken”.
Von “Hoffnung” wird nur geredet, um die Bevölkerung der westlichen Länder auf jahrzehntelange Kämpfe einzustimmen. Auch General Carter Ham, der Chef des AFRICOM, hat auf die Schwierigkeiten hingewiesen, auf die sich der Westen in Mali einstellen müsse.
Erst kürzlich äußerte General Ham: “Bestenfalls können wir Al-Qaida zurückdrängen und stören, damit ihre Kämpfer dieses Gebiet nicht mehr so intensiv wie heute kontrollieren können.”
Angesichts der Tatsache, dass US-Offizielle die Bedrohung, die angeblich von Al-Qaida-Kämpfern in Mali ausgeht, so hochspielen, sollte man sich an eine Einschätzung des US-Verteidigungsministers Leon Panetta aus dem Jahr 2011 erinnern.
Damals erklärte Panetta, die USA stünden kurz vor einem “strategischen Sieg” über Al-Qaida. Nach den Erfolgen der vom Westen unterstützten islamistischen Kämpfer in Libyen und Syrien darf das nützliche Gespenst Al-Qaida wieder spuken und die Bevölkerung der westlichen Staaten erneut in Angst und Schrecken versetzen.Obwohl die Regierungen der USA öffentlich das Gegenteil behaupten, wollten sie Al-Qaida noch niemals ernsthaft aus dem Verkehr ziehen.
Wenn Al-Qaida tatsächlich besiegt würde, wäre das ein strategischer Verlust für Washington. Die USA würden damit die unersetzlichen Fußsoldaten, die sie für ihre Stellvertreterkriege brauchen, verlieren und könnten ihre weltweiten Interventionen kaum noch rechtfertigen.
Die angeblich so bedrohliche Al-Qaida ist ein wertvolles Geschenk, das zu nützlich ist, um untergehen zu dürfen. Weitere Infos zur Doppelrolle der Al-Qaida und ihrer Ableger sind hier nachzulesen.
Die Zurückdrängung Chinas 
Die mit der angeblich von Al-Qaida ausgehenden Bedrohung begründete Intervention des Westens in Mali beginnt schon Früchte zu tragen. Die Bekämpfung Al-Qaidas im Norden Malis ist eine perfekte Tarnung für die strategischen Intentionen der USA und ihrer Juniorpartner im Westen, die darauf abzielen, China aus ganz Afrika zu verdrängen. Weil China dabei ist, auf dem afrikanischen Kontinent zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten zu werden, versucht der Westen, Afrika einfach zu rekolonialisieren. Nach Angaben Razia Khans, des Regionalchefs der (britischen) Standard Chartered Bank, der für Recherchen in Afrika zuständig ist, nähert sich der bilaterale Handel zwischen Afrika und China einer Gesamtsumme 200 Milliarden Dollar pro Jahr an und ist im letzten Jahrzehnt jährlich um durchschnittlich 33,6 Prozent gewachsen.
In den kommenden Jahren könnte China sogar zum größten Handelspartner Afrikas werden und sowohl die EU als auch die USA übertreffen.  
Das alles ist Washington natürlich nicht entgangen. Während seiner Anhörung vor dem US-Senat ließ John Kerry, der kommende US-Außenminister, durchblicken, dass sich die USA im Hintergrund bereits dagegen zur Wehr setzen.
“Was China und Afrika angeht – China ist in ganz Afrika präsent, wirklich überall. Es hat langfristige Verträge über den Abbau von Mineralien und sonstige Vereinbarungen abgeschlossen,”  erklärte  Kerry. “Und wir haben in einigen Staaten unsere Hände noch nicht im Spiel. Ich sage das nicht gern, aber da müssen wir mehr tun.” 
In  einer  von  WikiLeaks  veröffentlichten Diplomatendepesche aus dem Jahr 2010 teilte Johnnie Carson, ein US-Staatssekretär für afrikanische Angelegenheiten, Kerrys Sorgen. Carson ging sogar so weit, China als einen “sehr aggressiven und bösartigen Wirtschaftskonkurrenten ohne Moral” zu bezeichnen. Die Verärgerung der USA über die wachsenden chinesischen Investitionen in Afrika wurde auch während des Afrika-Besuches der US-Außenministerin Clinton im August letzten Jahres deutlich. Während ihrer Reiseerklärte Frau Clinton mit einem klaren Seitenhieb auf China: “Anders als andere Staaten treten die USA für Demokratie und die allgemeinen Menschenrechte ein, selbst wenn es leichter wäre, wegzusehen und Vorteile daraus zu ziehen.”
Menschenrechtsverletzungen-in-MaliDie jüngsten Menschenrechtsverletzungen der von US-Ausbildern trainierten Armee Malis beweisen wieder einmal, wie verlogen solche wohlfeilen Erklärungen sind. 
Als Antwort auf die Stichelei der Frau Clinton schoss die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua mit der Meldung zurück, Frau Clintons Reise sollte wohl vor allem dazu dienen, “Chinas Engagement auf dem afrikanischen Kontinent zu diskreditieren und seinen wachsenden Einfluss einzudämmen.”
Weil Peking befürchten muss, dass es noch weitere Versuche zur Einschränkung seines Einflusses in Afrika geben wird, betrachtet es das Eingreifen Frankreichs in Mali nur als Auftakt für weitere Interventionen des Westens. He Wenping von der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften warnte: “Mit der Einmischung französischer Streitkräfte in Mali soll ein neuer Interventionismus in Afrika legalisiert werden.”
Durch die Einmischung des Westens in Libyen hat China bereits Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Dollar verloren; außerdem wurde damit die Bühne für die gegenwärtige Intervention in Mali bereitet. Weil die USA vom dynamischen Wachstum in Asien – sprich in China – profitieren wollen, um ihr “Pazifisches Jahrhundert” abzusichern, müssen sie auch das dynamische Wachstum in Afrika unter ihre Kontrolle bringen. 
Wenn die USA die Chinesen aufhalten wollen, müssen sie sich auch um Afrika kümmern. Und ihre Interventionen in Afrika führen sie – wie üblich – unter dem Banner des “Krieges gegen den Terror” durch.
Linkverweise:
Der Krieg gegen den Terror ist ein vom „FBI Manufactured War - Wie die investigativen Untersuchungen der Universität von Berkley zeigt, hatten bei allen Scheinanschlägen FBI-Agenten die Hände nicht nur im Spiel, sondern waren Federführend.

Samstag, 9. Februar 2013

Vertuschungsversuche: Impf-Kreuzzug...


Vertuschungsversuche: Impf-Kreuzzug der Gates in Afrika löst Welle von Lähmungen, Krämpfen, Halluzinationen bei Kindern aus...


bill-gates-impfung-afrika
Bill und Melinda Gates führen seit mindestens zehn Jahren einen regelrechten Kreuzzug dafür, jedes einzelne Kind auf der Erde zu impfen. Vorrangig kümmern sie sich dabei um den afrikanischen Kontinent, wo schlechte hygienische Bedingungen und der Mangel an sauberem Wasser ein Umfeld geschaffen haben, in dem sich Krankheiten wie Meningitis und Malaria ungehindert ausbreiten.
Aber anstatt dagegen etwas zu unternehmen, drücken die Multimilliardäre und ihre zahl-reichen Verbündeten den Menschen in Afrika Impfstoffe als Lösung auf – und die sind nun Auslöser einer ganzen Welle von Lähmungen bei jungen Menschen.
Wie die Enthüllungsjournalistin Christina England auf Vactruth.com berichtet, wurde das Dorf Gouro im Norden des Tschad kürzlich Opfer der dunklen Seite dieser Impfpläne: Mindestens 50 Jugendliche in der Region wurden nach einer Impfung mit dem neuen, speziell für Afrika entwickelten Meningitis-Impfstoff MenAfriVac gelähmt. MenAfriVac, gepriesen als Mittel zur Verhütung einer Meningitis, führte bei allen betroffenen Kindern – einige von ihnen waren erst sieben Jahre alt – zu Halluzinationen, Krämpfen und schließlich einer Lähmung.
Wie der Vetter zweier der durch die Impfung geschädigten Kinder berichtet, traten die furchtbaren Nebenwirkungen von MenAfriVac bereits 24 Stunden nach der Impfung auf. Viele der Kinder litten an Kopfschmerzen und Erbrechen, was sich später zu »nicht kontrollierbaren Krämpfen« ausweitete, bei denen sie »sich wanden und ihnen Speichel aus dem Mund lief«. Doch als Eltern und örtliche Behörden versuchten, höhere Regierungsvertreter zum Handeln zu bewegen und den betroffenen Kindern zu helfen, wurden ihre Hilferufe praktisch ignoriert.
Regierung des Tschad versucht, Eltern mit Schmiergeldern zum Schweigen zu bringen
Wie derselbe Vetter, den England »Mr. M.« nennt, weiter erzählt, sei nach dem ersten Auftreten der Lähmungen fast eine Woche vergangen, bis sich der tschadische Gesund-heitsminister und der Sozialminister endlich in Gouro sehen ließen. Dann sei entschieden worden, die 50 gelähmten Kinder in ein fast 500 km entfernt gelegenes Krankenhaus zu verlegen. In der gesamten Region um Gouro gibt es nämlich nur einen einzigen Arzt.
Doch anstatt nun zu untersuchen, warum MenAfriVac überhaupt so eine schwere Reaktion hervorgerufen hatte, und die weitere Verbreitung des Impfstoffs umgehend so lange auszusetzen, bis Erkenntnisse darüber vorlagen, versuchten dieselben Regierungsvertreter, die leidgeprüften Eltern mit Geld dazu zu bestechen, Schweigen über die ganze Sache zu bewahren. Laut Mr. M. waren sie mehr daran interessiert, die Gefahren von ManAfriVac zu vertuschen, als die Dorfbewohner zu schützen.
»Regierung und Medien schweigen über die Tragödie, obwohl noch immer viele Fragen offen sind«, erklärte Mr. M. in einer E-Mail an England. Bis jetzt haben die Medien diese wichtige Story nicht gebracht. »All das verunsichert uns und lässt uns für die Zukunft das Schlimmste befürchten. Es ist traurig, dass die ganze Stadt gelähmt ist.«
Schlimmer wiegt jedoch, dass die Bill & Melinda Gates Foundation, die Weltgesundheits-organisation WHO und das Meningitis Vaccine Project (MVP), die sich alle vehement für MenAfriVac einsetzen, über die Sicherheit des Impfstoffs ganz offen gelogen haben, als sie wiederholt betonten, er könne ohne Kühlung transportiert werden. Auf dem Beipack-zettel des Impfstoffs heißt es unmissverständlich, er müsse gekühlt und lichtgeschützt aufbewahrt werden.
»Warum haben große Organisationen 571 Millionen Dollar für ein Impfprojekt aus-gegeben, wenn das Internationale Komitee vom Roten Kreuz für nicht einmal 3.000 Dollar Brunnen gebaut hat, die Zugang zu sauberem Trinkwasser gewähren?« fragt England neben anderen wichtigen Fragen über die fürchterliche Lage. »Warum ist das Impfprogramm nicht ausgesetzt worden (und) was unternehmen diese Organisationen gegen die schrecklichen Vorfälle in Gouro?«
Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:
Quellen: de.sott.net/NaturalNews/Zentrum der Gesundheit vom 28.01.2013
Weitere Artikel:

Sonntag, 20. Januar 2013

Frankreichs Debakel in Mali und Algerien (Update)


Hier ein Update von der algerischen Regierung: Beim Sturm auf Amenas sind 32 Terroristen und 23 Geiseln ums Leben gekommen. 685  Algerier und 107 ausländische Arbeiter sind befreit worden. Unter den 32 Terroristen befanden sich auch drei Algerier. Es wurden Maschinengewehre, Granatwerfer und Raketen beschlagnahmt.
Eine empfehlenswerte Lektüre ist dieser Artikel von John R. Schindler
über die prinzipienlose Innen- und Außenpolitik der algerischen Regierung. Einerseits kungelt sie mit Washington und CIA, hat jede Menge ausländische Berater sowie Unternehmen im Lande, andererseits versucht sie, eine unabhängigere Politik zu führen. Gleichzeitig ist sie unfähig, die außerordentliche Armut und die gewaltige Korruption zu bekämpfen. Das sind die besten Vorraussetzungen für islamistische Gruppen, Fuß zu fassen. Hier wird auch angedeutet, dass die AQIM - eine der Terrorgruppen, die jetzt in Mali aktiv ist - eine Schöpfung des gefürchteten algerischen Geheimdienstes DRS sei. 
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Flugbild von der Amenas-Gasanlage

Einar Schlereth
19. Januar 2013

Laut neuesten Nachrichten der BBC haben die Algerier die Gasanlage in Amenas nahe der libyschen Grenze gestürmt, wodurch über 400 Algerier und 100 Ausländer aus den Händen der Terroristen befreit wurden. Alle 11 Terroristen seien tot und 7 Ausländer, deren Nationalität aber noch nicht festgestellt sei. Über 20 Ausländer herrscht noch Ungewissheit.

Im Westen ist man empört über den Tod „unschuldiger Menschen“ und versucht, den Algeriern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Aber das ist natürlich wieder einmal eine erbärmliche Heuchelei. Es ist, wie Robert Fisk schreibt: „Wir sind nicht wegen des Massakers an sich empört, sondern weil sich unter den Geiseln Weiße, blauäugige Burschen statt die dunklen, braunäugigen Kerle befinden.“

Die Algerier haben die Aktion genauso durchgeführt, wie sie hunderte Male von den Westmächten und Israel durchgeführt wurden – ohne Rücksicht darauf, ob Geiseln dabei draufgingen oder nicht.

Eines ist in dieser Sache sonnenklar: es handelte sich um einen Rachenakt, weil Algerien Frankreich erlaubte, sein Territorium für die Angriffe in Mali zu überfliegen. Ob das besonders schlau war, lässt sich diskutieren. M. E. wäre es für Algier besser gewesen, sich aus dem französischen neokolonialistischen Abenteuer herauszuhalten und die Grenzen zu Mali zu sichern, damit die Al-Qaida Banden nicht nach Algerien ausweichen können.

Aber in dieser ganzen Mali-Geschichte herrscht ein heilloses Durcheinander. Jeder erfindet und interpretiert wild darauf los, anstatt sich an die Fakten zu halten.

Die Fakten also: Gaddafi hatte ein ganz besonderes Verhältnis zu den Touareg, deren jahrzehntelangen Freiheitskampf für ein unabhängiges Azawad (2/3 von Mali im Norden gelegen) er unterstützte. Als Gaddafi von USRAEL/NATO angegriffen wurde, stellten die Touareg Sondereinheiten zu seinem Schutz auf. Das Gaddafis Armee zum großen Teil aus Touaregs bestand, wie manche schreiben, ist reiner Nonsense.

Als Gaddafi ermordet wurde und die Schlacht um Libyen vorläufig verloren war, setzen sich die Touareg wieder ab in ihre Heimat, die nicht nur den Norden Malis, sondern auch Nordniger, den Süden Algeriens und Westen Mauritaniens umfasst, alles ehemalige französische Kolonien. Die Wirren in Mali nutzte die NMLA aus, um die Unabhängigkeit Azawads auszurufen.

Dann putschte in Mali ein kleiner Hauptmann Sanogo – von den USA gehätschelt und ausgebildet - aber ganz bestimmt nicht ohne Wissen der USA, angeblich, weil der gewählte Marionetten-Präsident nicht hart genug gegen die Touareg durchgriff. Aber Sanogo hatte ebenso wenig Glück mit den Touareg und rief daher Papa Obama zu Hilfe.

Und wie wir wissen, haben die USA schon längst mit AFRICOM ihre eigene Agenda aufgestellt...

Die Liste, die General Wesley Clark schon 2007 bekannt wurde, auf der sieben islamische Länder standen - Irak, Libyen, Libanon, Syrien, Iran, Sudan, Somalia - ist ja inzwischen stillschweigend erweitert worden und zwar u. a. mit Mali, Nigeria und Algerien. In allen diesen Ländern ist die USA eifrig am Wühlen und Destabilisieren. Der Grund ist einfach...Riesige Öllagerstätten genau unter der angestammten Heimat der Touaregs. Aber dazu kommen die 2.-größten Uranlagerstätten der Welt, immense Goldfunde (da liegt Mali nach Südafrika und Ghana an dritter Stelle) sowie Bauxit, Eisenerz, Mangan, Zinn und Kupfer.

Wenn manche Kommentatoren also sich wundern, „warum nur machen sie denn das, wo es doch nichts zu holen gibt in Mali“, so ist auch dies ein kompletter Blödsinn.

Und nun haben also die USA die vereinigten Al-Qaida Gruppen in Nordafrika – AQIM, die LIFG (wie die „Befreier“ Libyens sich nannten), Ansar ed-Dine und die MUJAO (Bewegung für Einheit und Jihad in West Afrika) auf die Fährte der linken, unabhängigen und säkularen NMLA gesetzt. Diese dienten sich den Touaregs anfangs als Helfer in ihrem Kampf gegen die Regierung Malis an, nur um sie von innen heraus so schnell wie möglich zu liquidieren und aus dem Land zu jagen (was jedoch nicht heißt, dass die NMLA endgültig besiegt ist). Und sie haben sofort ihren eigenen Staat ausgerufen, die Shia zum Grundgesetz erhoben und große Kulturgüter zerstört.

Den Franzosen ist es allerdings nur Recht, wenn jetzt alle unter dem Namen „Terroristen“ zusammengefasst werden. Denn die Touaregs sind ihre alten Erzfeinde (und umgekehrt), die sie niemals richtig besiegen konnten.

Und wenn sich jetzt die Franzosen in einen aussichtslosen Krieg gegen den Terror stürzen, kann es den Amerikanern – und den Europäern – auch nur recht sein. Da mag das französische Pendant zum „grünen“ Fischer (dem Deutschland seinen ersten richtigen Krieg in Jugoslawien verdankt) Cohn-Bendit heiser schreien, dass alle nun an der Seite Frankreichs stehen müssten - Deutschland und England haben dankend abgewunken. Sie wollen aber immerhin Krankenschwestern und Truppentransportflugzeuge schicken.

Das zeigt wieder einmal die monumentale Blödheit von Politikern wie etwa diesem Hollande, der nichts aus der jüngeren Geschichte Frankreichs gelernt hat. Hat nicht die USA Frankreich in Vietnam und Algerien bluten lassen, um am Ende als der hilfreiche gute Onkel Sam dazustehen? Selbst in Vietnam haben die USA am Ende gewonnen. Schaut euch Vietnam an und vor allem das Umfeld – Laos, Kambodscha, Thailand, Indonesien – alles fest in amerikanischer Hand.

Oder hat Hollande Käse im Dunklen gerochen und wollte besonders schlau sein, indem er rasch im Alleingang sich den fetten Brocken Mali schnappt? Hat er wirklich geglaubt, das wird ein Spaziergang? Tja, da hat er sich gründlich verkalkuliert. Aus den paar hundert Soldaten sind jetzt schon an die 2500 geworden. Aus Nigeria sind weitere 900 Mann im Anmarsch. Aber in einem Land von der vielfachen Größe Frankreichs ist das ein Tropfen auf den heißen Stein (im wahrsten Sinne).

Die Amis werden sich erst einmal zurücklehnen und im Hintergrund die Fäden ziehen. Sie werden warten, bis die Franzosen mit ihrem Latein am Ende sind, ihre Wirtschaft völlig am Boden liegt und werden auch mit allen Mitteln verhindern, dass die Touaregs zurückkehren, um ihren Staat Azawad in rechtmäßigen Besitz zu nehmen, und den Terroristen werden sie eine Rolle wie in Libyen zuweisen als Handlanger der US/NATO. Und sicher findet sich wieder die eine oder andere Aufgabe für übereifrige und arbeitslose Terroristen, etwa in Richtung Algerien zu marschieren. Deswegen wären die Algerier gut beraten, sich so schnell wie möglich diskret aus Hollandes Abenteuer zurückzuziehen.

Schon 2008 hat Vize-Admiral Robert T. Moeller auf einer AFRICOM-KONFERENZ offen erklärt, um was es geht, nämlich „den freien Fluss der natürlichen Ressourcen aus Afrika auf den Markt“ zu leiten, wobei er nicht vergaß, auf den wachsenden und drohenden Einfluss Chinas zu verweisen, der den amerikanischen Interessen entgegenstünde.